Angesichts der dramatischen Folgen der Naturkatastrophe vom 11.03.2011 bitten die japanische Botschaft in Berlin und das japanische Generalkonsulat in Düsseldorf um Spenden zugunsten der Menschen in den betroffenen Regionen:
Deutsches Rotes Kreuz Spendenkonto: 41 41 41 Bank für Sozialwirtschaft BLZ: 370 205 00 Stichwort: Tsunami
Auch unser Verein hat ein Spendenkonto eingerichtet: DJV Yawara Lippstadt e.V. Kto. 140 361 72 BLZ 416 500 01 Sparkasse Lippstadt
Für die inzwischen eingegangenen Beträge und das damit unserem Verein entgegengebrachte Vertrauen bedanken wir uns vielmals bei allen Spendern. Unser herzlicher Dank gilt ebenso dem Engagement der zahlreichen Vereinigungen und Schulen, die unsere Hilfs-aktion aktiv unterstützen.
Am 22.04.2011 konnten wir mit dem ersten Projekt beginnen und die sechsköpfige Familie Tsuda aus der Stadt Nasu mit Mitteln aus unserem Spendenaufruf unterstützen. Seit dem 17.05.2011 engagiert sich unser Verein im nordost-japanischen Kesennuma für den Wiederaufbau der privaten Vorschule „Ashinome Gakuen“, die 1977 eröffnet und 1989 durch den Kindergarten „Ashinome Hoshiya Gakuen“ erweitert wurde.
Die beiden Hilfsaktionen, die von unserem Verein langfristig begleitet werden, möchten wir Ihnen hier nun etwas näher vorstellen:
„Wir saßen gerade in der Küche als die Erschütterungen anfingen. Alles begann plötzlich zu wackeln. Es war so stark, dass wir nicht einmal aufstehen konnten und den Tisch festhielten. Regale fielen um. Die Fensterscheiben zerspran-gen mit lauten Geräuschen. Teller, Tassen und Schüsseln, alles aus den Geschirrschränken flog durch die Luft und zerbrach auf dem Boden in Stücke“, schildert Frau Tsuda die Minuten, während des schweren Erdbebens vom 11. März. Sie selbst, ihr Mann und ihre Schwiegermutter konnten sich ins Freie retten und blieben, ebenso wie ihre drei Kinder, die zu dieser Zeit noch in der Schule waren, unverletzt. Doch ihr Haus, in dem sie zudem mit einem kleinen Geschäft ihren Lebensunterhalt verdienten, ist seither unbewohnbar. „Innen im Haus sind viele Wände eingestürzt und überall sind Risse“.
Durch einen persönlichen Kontakt vor Ort sind wir nicht nur auf das Schicksal der Familie Tsuda aufmerksam geworden, sondern können auch gewährleisten, dass die Hilfe wirklich und in voller Höhe bei den Menschen ankommt. Familie Tsuda aus Nasu ist zutiefst dankbar für die Hilfsbe-reitschaft und Anteilnahme der Lippstädter Bürger, Schulen und Vereinigungen.
Im Juli 2011 erreichte uns hierzu auch ein Dankschreiben von Frau Tsuda: "Ich danke Ihnen allen vielmals für die Spenden, die Sie uns geschickt haben. Es ist nun vier Monate her seit dem Beben und unser Alltag beginnt inzwischen sich zu beruhigen. Es war uns möglich in eine Wohnung der Gemeinde umzuziehen und mein Mann und ich haben beide neue Arbeitsstellen gefunden. Ein großer Betrag an Geldspenden aus einem weit entfernten Land, viele helfende Hände von Nachbarn und Freunden ... – wir sind sehr berührt von diesen wunderbaren Beziehungen zu diesen guten, warmherzigen Menschen. Wir werden uns immer an dieses Gefühl erinnern und geben unser Bestes damit unser neues Leben weiterhin positiv verläuft. Nochmals herzlichen Dank."
Die Region um Kesennuma zählt zu den am schwersten durch Erdbeben und Tsunami vom 11.03.2011 betroffenen Gebieten Japans.Während am Tag der Naturkatastrophe ein gesamter Gebäudekomplex der "Ashinome Gakuen" innerhalb weniger Minuten überflutet und dabei vollständig zerstört wurde, konnte inzwischen in der zweiten Einrichtung zumindest wieder mit der Betreuung der Kinder begonnen werden.
Doch selbst das Beseitigen der angespülten Trümmer bereitet laut Direktorin Ineko Ishikawa große Probleme. Durch die finanzielle Unterstützung soll ermög-licht werden den annähernd 300 Mädchen und Jungen, von denen viele auch ihr Zuhause verloren haben, wenigstens einen Teil ihres vertrauten Alltags zurückzugeben.
In einem Dankschreiben an uns beschreibt Frau Ishikawa die Situation wie folgt: „Zur Zeit des Unglücks bereiteten sich die Kinder darauf vor mit unseren Bussen nach Hause gebracht zu werden. Drei Busse waren schon gefahren. Um 14:26 Uhr spürten wir das starke Beben. Die Kinder liefen ins Freie auf den Spielplatz und warteten bis die Erschütterungen aufhör-ten. Wir wussten sofort, dass eine Tsunami kommen könnte und gingen zu einem höher gele-genen Gebiet. Um 15:30 Uhr hörten wir die Geräusche der Tsunami. Eine hohe Welle aus Wasser und Trümmern überschwemmte die Ebene. Sie zerstörte unseren Kindergarten voll-ständig. Die Busse, die schon vorher losgefahren waren, konnten sich ebenfalls in Sicherheit bringen. Doch später erfuhren wir, dass ein Kind, das bereits zu Hause angekommen war im Tsunami ertrank. Einige unserer Kinder haben ihre Eltern und andere Angehörige verloren. Von manchen Kindern ist das Zuhause zerstört und sie leben in Notunterkünften. Auch von unseren Mitarbeitern wurden Häuser und Wohnungen beschädigt. Wir haben das Glück, dass die Eltern uns sehr unterstützen. Für die Eltern und die Kinder möchten wir unser Bestes geben, damit wir unseren Kindergarten so schnell wir möglich wieder eröffnen können. Ich möchte Ihnen für Ihre großzügige Spende meine aufrichtige Dankbarkeit ausdrücken. Ich danke Ihnen allen für Ihre freundliche Anteilnahme und Ihre herzliche Unterstützung.“
Auf dem Banner der 3-5 jährigen Kinder der Ashinome Gakuen steht: "Ganbarimasu! Ashinome!" - Wir geben nicht auf!"
Auch neun Monate nach der Naturkatastrophe sind noch nicht alle Folgen beseitigt – doch der Wiederaufbau macht inzwischen sehr große Fortschritte! Frau Ishikawa hofft, dass bereits zum Jahres-wechsel der Neubau ihres Kindergartens fertig-gestellt sein wird. Die Einrichtung soll dann außerdem über eine Dach-Solar-Anlage verfügen.
Über die beiden Wiederaufbaumaßnahmen, für die uns auch nach über einem dreiviertel Jahr weiterhin Spenden errei-chen und die wir natürlich nach wie vor gerne weiterleiten, wird sich zudem unser Vorsitzender, Stefan Großkreuz, voraussichtlich im April 2012 bei einem Besuch bei der Familie Tsuda und bei dem Ashinome Kindergarten informieren.
Weitere Informationen über den Verlauf und den Stand der von uns geförderten Wiederauf-baumassnahmen, sowie über weitere Möglichkeiten der Hilfe für die Menschen in den Erd-bebengebieten, werden wir selbstverständlich umgehend veröffentlichen.
Der Deutsch-Japanische Verein Yawara Lippstadt e.V. widmet sich der gegenseitigen Völkerver-ständigung zwischen Deutschen und Japanern durch die Vertiefung der Kenntnisse der Mitglie-der und der breiten Öffentlichkeit über Land, Volk, Kultur, Kunst und Sport beider Länder.
Insbesondere wendet sich die Vereinigung mit ihrer Arbeit dabei an Kinder und Jugendliche.
Der Verein ist selbstlos tätig und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.
Seit seiner Gründung und Eintragung in das Vereinsregister der Stadt Lippstadt im Oktober 2003 bietet der DJV Yawara Lippstadt e. V. jedem Interessenten eine offene Plattform für alle Themen rund um Japan.
Einen Überblick über unsere Vereinstätigkeiten erhalten Sie u. a. unter dem Menüpunkt "Archiv". Dort stellen wir einige der von uns organisierten Veranstaltungen und Vorträge etwas näher vor.
Unsere Internetseite wurde zuletzt am 27.01.2012 aktualisiert.