Der Deutsch-Japanische Verein Yawara Lippstadt e.V. widmet sich der gegenseitigen Völkerver-ständigung zwischen Deutschen und Japanern durch die Vertiefung der Kenntnisse der Mitglie-der und der breiten Öffentlichkeit über Land, Volk, Kultur, Kunst und Sport beider Länder.
Insbesondere wendet sich die Vereinigung mit ihrer Arbeit dabei an Kinder und Jugendliche.
Der Verein ist selbstlos tätig und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.
Seit seiner Gründung und Eintragung in das Vereinsregister der Stadt Lippstadt im Oktober 2003 bietet der DJV Yawara Lippstadt e. V. jedem Interessenten eine offene Plattform für alle Themen rund um Japan.
Einen Überblick über unsere Vereinstätigkeiten erhalten Sie u. a. unter dem Menüpunkt "Archiv". Dort stellen wir einige der von uns organisierten Veranstaltungen und Vorträge etwas näher vor.
Angesichts der dramatischen Folgen der Naturkatastrophe vom 11.03.2011 hat unser Verein ein Spendenkonto eingerichtet:
Für die inzwischen eingegangenen Beträge und das damit unserem Verein entgegenge-brachte Vertrauen bedanken wir uns vielmals bei allen Spendern. Unser herzlicher Dank gilt ebenso dem Engagement der zahlreichen Vereinigungen und Schulen, die unsere Hilfsaktion aktiv unterstützen.
Am 22.04.2011 konnten wir mit dem ersten Projekt beginnen und die sechsköpfige Familie Tsuda aus der Stadt Nasu mit Mitteln aus unserem Spendenaufruf unterstützen. Seit dem 17.05.2011 engagiert sich unser Verein im nordost-japanischen Kesennuma für den Wiederaufbau des privaten Kindergartens „Ashinome“.
Die beiden Hilfsaktionen, die von unserem Verein langfristig begleitet werden, möchten wir Ihnen hier nun etwas näher vorstellen:
„Wir saßen gerade in der Küche als die Erschütterungen anfingen. Alles begann plötzlich zu wackeln. Es war so stark, dass wir nicht einmal aufstehen konnten und den Tisch festhielten. Regale fielen um. Die Fensterscheiben zerspran-gen mit lauten Geräuschen. Teller, Tassen und Schüsseln, alles aus den Geschirrschränken flog durch die Luft und zerbrach auf dem Boden in Stücke“, schildert Frau Tsuda die Minuten, während des schweren Erdbebens vom 11. März. Sie selbst, ihr Mann und ihre Schwiegermutter konnten sich ins Freie retten und blieben, ebenso wie ihre drei Kinder, die zu dieser Zeit noch in der Schule waren, unverletzt. Doch ihr Haus, in dem sie zudem mit einem kleinen Geschäft ihren Lebensunterhalt verdienten, ist seither unbewohnbar. „Innen im Haus sind viele Wände eingestürzt und überall sind Risse“.
Durch einen persönlichen Kontakt vor Ort sind wir nicht nur auf das Schicksal der Familie Tsuda aufmerksam geworden, sondern können auch gewährleisten, dass die Hilfe wirklich und in voller Höhe bei den Menschen ankommt. Familie Tsuda aus Nasu ist zutiefst dankbar für die Hilfsbe-reitschaft und Anteilnahme der Lippstädter Bürger, Schulen und Vereinigungen.
Im Juli 2011 erreichte uns hierzu auch ein Dankschreiben von Frau Tsuda: "Ich danke Ihnen allen vielmals für die Spenden, die Sie uns geschickt haben. Es ist nun vier Monate her seit dem Beben und unser Alltag beginnt inzwischen sich zu beruhigen. Es war uns möglich in eine Wohnung der Gemeinde umzuziehen und mein Mann und ich haben beide neue Arbeitsstellen gefunden. Ein großer Betrag an Geldspenden aus einem weit entfernten Land, viele helfende Hände von Nachbarn und Freunden ... – wir sind sehr berührt von diesen wunderbaren Beziehungen zu diesen guten, warmherzigen Menschen. Wir werden uns immer an dieses Gefühl erinnern und geben unser Bestes damit unser neues Leben weiterhin positiv verläuft. Nochmals herzlichen Dank."
Die Region um Kesennuma zählt zu den am schwersten durch Erdbeben und Tsunami vom 11.03.2011 betroffenen Gebieten Japans.Während am Tag der Naturkatastrophe ein gesamter Gebäudekomplex der "Ashinome Gakuen" innerhalb weniger Minuten überflutet und dabei vollständig zerstört wurde, konnte inzwischen in der zweiten Einrichtung zumindest wieder mit der Betreuung der Kinder begonnen werden.
Doch selbst das Beseitigen der angespülten Trümmer bereitet laut Direktorin Ineko Ishikawa große Probleme. Durch die finanzielle Unterstützung soll ermög-licht werden den annähernd 300 Mädchen und Jungen, von denen viele auch ihr Zuhause verloren haben, wenigstens einen Teil ihres vertrauten Alltags zurückzugeben.
In einem Dankschreiben an uns beschreibt Frau Ishikawa die Situation wie folgt: „Zur Zeit des Unglücks bereiteten sich die Kinder darauf vor mit unseren Bussen nach Hause gebracht zu werden. Drei Busse waren schon gefahren. Um 14:26 Uhr spürten wir das starke Beben. Die Kinder liefen ins Freie auf den Spielplatz und warteten bis die Erschütterungen aufhör-ten. Wir wussten sofort, dass eine Tsunami kommen könnte und gingen zu einem höher gele-genen Gebiet. Um 15:30 Uhr hörten wir die Geräusche der Tsunami. Eine hohe Welle aus Wasser und Trümmern überschwemmte die Ebene. Sie zerstörte unseren Kindergarten voll-ständig. Die Busse, die schon vorher losgefahren waren, konnten sich ebenfalls in Sicherheit bringen. Doch später erfuhren wir, dass ein Kind, das bereits zu Hause angekommen war im Tsunami ertrank. Einige unserer Kinder haben ihre Eltern und andere Angehörige verloren. Von manchen Kindern ist das Zuhause zerstört und sie leben in Notunterkünften. Auch von unseren Mitarbeitern wurden Häuser und Wohnungen beschädigt. Wir haben das Glück, dass die Eltern uns sehr unterstützen. Für die Eltern und die Kinder möchten wir unser Bestes geben, damit wir unseren Kindergarten so schnell wir möglich wieder eröffnen können. Ich möchte Ihnen für Ihre großzügige Spende meine aufrichtige Dankbarkeit ausdrücken. Ich danke Ihnen allen für Ihre freundliche Anteilnahme und Ihre herzliche Unterstützung.“
Auch neun Monate nach der Naturkatastrophe sind noch nicht alle Folgen beseitigt – doch der Wiederaufbau macht inzwischen sehr große Fortschritte! Frau Ishikawa hofft, dass bereits zum Jahres-wechsel der Neubau ihres Kindergartens fertig-gestellt sein wird. Die Einrichtung soll dann außerdem über eine Dach-Solar-Anlage verfügen.
Kurz nach dem ersten Jahrestag des schweren Erdbebens und des folgenden Tsunamis hat unser Vereinsvorsitzender die Region Tohoku besucht und sich dabei über die aktuelle Situation vor Ort informiert.
Während eines Besuches im Ashinome-Kinder-garten am 09.04.12 durfte unser Vorsitzender, den ersten Kindergartentag von 40 Mädchen und Jungen miterleben. Die Direktorin, Frau Ishikawa, hieß die 3-4 Jährigen, deren Eltern und Ehren-gäste bei der Eröffnungsfeier in der vollständig wiedererrichteten Einrichtung herzlich will-kommen.
Neben einem selbstgebastelten Geschenk durfte Stefan Großkreuz vor allem den ausdrücklichen Dank für die Spenden aus Lippstadt entgegen-nehmen, den wir hiermit gerne an alle weiter-leiten möchten, die unsere Hilfsaktion unterstützt haben.
Auch zukünftig werden wir nach Kesennuma Kontakt halten und über den Ashinome-Kindergarten berichten.
In der Stadt Nasu traf Stefan Großkreuz einen Tag zuvor die Familie Tsuda. Für die Groß-mutter, Eltern und drei Kinder hat sich jedoch das Leben seit dem 11.03.2012 völlig ver-ändert.
Sie wohnen derzeit in einem Apartment, das ihnen die Ge-meinde zur Verfügung stellt. Die drei Erwachsenen Familienmit-glieder haben eine Beschäf-tigung in einem Pflegeheim ge-funden. Für einen Neubau ihres Wohn- und Geschäftshauses fehlen der 6-köpfigen Familie jedoch die notwendigen finanziellen Mittel. „Es ist schlichtweg beeindruckend mit welch positiver Lebenskraft die Tsudas ihr Schicksal trotzdem meistern und wie herzlich und anrührend ihre Dankbarkeit für unsere Hilfe und Anteilnahme aus Lippstadt ist“, schildert unser Vorsitzender.
Der DJV wird daher das Hilfsprojekt fortsetzen und bittet weiter um Spenden.
Weitere Informationen über den Verlauf und den Stand der von uns geförderten Wiederauf-baumassnahmen, sowie über weitere Möglichkeiten der Hilfe für die Menschen in den Erd-bebengebieten, werden wir selbstverständlich umgehend veröffentlichen.
Unsere Internetseite wurde zuletzt am 25.05.2012 aktualisiert.